Essen/Paris, 02. Juni 2016. Was in Deutschland, Österreich, Dänemark und anderen europäischen Ländern bereits seit Jahren etabliert ist, wird nun auch in Frankreich verpflichtend eingeführt: Submetering, d.h. die individuelle Abrechnung von Wärmeverbräuchen in Mehrfamilienhäusern. Das geht aus einer Verordnung hervor, die das französische Umwelt- und Energieministerium in dieser Woche verabschiedet hat.

Demnach müssen Wohnungen ab Frühling 2017 schrittweise mit Geräten zur verbrauchsabhängigen Messung und Abrechnung von Wärmeverbräuchen ausgestattet werden. Bis Ende 2019 soll dieser Prozess landesweit abgeschlossen sein. Mit der Verordnung setzt die französische Regierung eine wichtige Vorgabe des Gesetzes zur Energiewende um, durch das der Energieverbrauch in Frankreich bis 2050 halbiert werden soll. Dem Submetering kommt dabei die Funktion zu, die Energieeffizienz innerhalb der Gebäude maßgeblich zu erhöhen.

Thomas Zinnöcker, CEO von ista International: „Mit der neuen Verordnung macht Frankreich einen wichtigen Schritt zu mehr Energieeffizienz im Gebäudebereich. Wie der Erfolg in anderen europäischen Ländern zeigt, ist das Submetering eine ebenso effektive wie niedriginvestive Energieeffizienzmaßnahme. Die Bewohner der fünf Millionen zentral beheizten Mehrfamilienhäuser in Frankreich können so gezielt Energie und Kosten sparen sowie einen persönlichen Beitrag zu mehr Energieeffizienz und Klimaschutz leisten.“

In Zukunft erhalten in Frankreich Bewohner von Mehrfamilienhäusern einmal im Jahr eine persönliche Heizkostenabrechnung. Die Kosten werden pro Wohneinheit erfasst und verbrauchsgerecht verteilt. Jeder Bewohner zahlt dadurch nur noch für die Energie, die er tatsächlich genutzt hat. Darüber hinaus wird der einzelne durch die erhöhte Transparenz in die Lage versetzt, seinen Verbrauchsverhalten anzupassen und dadurch Energie und Kosten einzusparen sowie seine persönliche CO2-Bilanz zu verbessern.

In vielen anderen europäischen Ländern ist das Submetering seit Jahren erfolgreich etabliert. In Deutschland wurden seit der Einführung im Jahr 1981 mehr als 350 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden. Diese erheblichen Einsparungen sind darauf zurückzuführen, dass ein Haushalt durch die erhöhte Verbrauchs- und Kostentransparenz durchschnittlich 20 Prozent seines jährlichen Wärmeverbrauchs einspart. Der Grund dafür ist, dass die Bewohner, sobald sie wissen, was sie verbrauchen, mehr auf ihren Verbrauch achten.

Gegenüber der Gebäudedämmung oder der Sanierung von Heizungsanlagen sind die Kosten für das Submetering vergleichsweise gering. Das Messen der Verbräuche erfolgt über Heizkostenverteiler, die an die jeweiligen Heizkörper in der Wohnung montiert werden. Die Daten werden in den meisten Fällen per Funk ausgelesen und digital weiterverarbeitet. Zusätzlich zur jährlichen Abrechnung können die Daten dem Bewohner über ein Webportal oder auf dem Smartphone zur Verfügung gestellt werden. Wie aktuelle Studien der Deutschen Energie-Agentur (dena) zeigen, lassen sich dadurch weitere Einsparpotenziale von durchschnittlich 16 Prozent des jährlichen Verbrauchs heben.

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