Essen, 24. Oktober 2016. Angesichts anhaltender Berichterstattung durch einen einzelnen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Klaus-Max Smolka, sieht sich ista International veranlasst, die dadurch suggerierte einseitige Darstellung des Unternehmens wie auch der gesamten Submetering-Branche öffentlich richtig zu stellen.

Die Darstellung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verkennt das Geschäftsmodell sowie die Wettbewerbssituation der Messdienstleisterbranche in Deutschland im Allgemeinen wie von ista im Besonderen und führt deshalb zu falschen Ableitungen.

Dreiecksverhältnis Mieter – Vermieter – Energieeffizienzdienstleister

Die Berichterstattung der FAZ ignoriert, dass die Ursache für das bestehende Dreiecksverhältnis zwischen Messdienstleister, Eigentümer und Mieter in den vorhandenen Wärmeversorgungssystemen für Mehrfamilienhäuser begründet ist. Über neunzig Prozent des Gebäudebestandes werden zentral versorgt, so dass eine sozial gerechte Verteilung notwendig wird. Die Verteilungsrechnung schafft neben der fairen, individuellen Abrechnung darüber hinaus Transparenz über individuelle Energieverbräuche und damit die Voraussetzung für jeden Mieter, über eine Anpassung seines Verbrauchsverhaltens Energie und Wasser nachhaltig einzusparen. In einer Vielzahl von nationalen und internationalen Studien konnte nachgewiesen werden, dass diese Transparenz zu maßgeblichen Energie- und damit Kostenreduzierungen führt. Deshalb haben sowohl der deutsche Gesetzgeber mit der Heizkostenverordnung als auch die Europäische Kommission in ihrer Energieeffizienz-Richtlinie (EED) die Verteilungsrechnung verpflichtend eingeführt. 

Die Kosten für eine Heizkostenabrechnung liegen in Abhängigkeit von der Größe der Wohnung und der Lage des Gebäudes dabei durchschnittlich zwischen fünf und zehn Cent je Quadratmeter im Monat. Dem stehen Wärmekosten von durchschnittlich einem Euro je Quadratmeter im Monat gegenüber. Schon bei geringen Verbrauchseinsparungen des Mieters amortisieren sich die Kosten für die Submetering-Dienstleistung damit.

In der Berichterstattung der FAZ wird zudem suggeriert, dass die Eigentümer bzw. die Wohnungsverwaltungen wenig preissensibel mit den Kosten für das Submetering umgehen würden, da sie diese direkt an den Mieter "durchleiten" könnten. Dies ist unwahr und verkennt, dass Vermieter in angespannten Märkten eine Belastungsgrenze der durchschnittlichen Haushaltseinkommen berücksichtigen müssen. Zu hohe Nebenkosten reduzieren das Mietentwicklungspotential signifikant. In entspannten Märkten wiederum stellen die Nebenkosten ein wichtiges Produktmerkmal im Wettbewerb um den Mieter dar. Wirtschaftlich orientierte Vermieter haben deshalb ein großes Interesse an niedrigen Wärmekosten und effizienten Messdienstleistungen.

Es gehört deshalb zur Wettbewerbspraxis, dass wohnungswirtschaftliche Unternehmen Neuaufträge über entsprechende Ausschreibungsverfahren steuern und dabei Wirtschaftlichkeitskriterien genauestens berücksichtigen. Mittlere wie auch kleinere wohnungswirtschaftliche Eigentümer bzw. Hausverwaltungen holen vor Vertragsabschluss ebenfalls in der Regel unterschiedliche Preisangebote ein. Grundsätzlich unterliegen alle Kunden von Messdienstleistern einem strikten Gebot der Wirtschaftlichkeit gegenüber den Mietern. Neben dem Preis stellen allerdings auch die Qualität und der Zuverlässigkeit der Submetering-Dienstleistung wichtige Wettbewerbsfaktoren dar.

Wettbewerbsmarkt für Submetering

Der Markt für Messdienstleistungen in Deutschland ist ein vielfältiger, dynamischer Wettbewerbsmarkt. Anders als suggeriert, kann jeder Kunde heute zwischen den unterschiedlichsten Mess- und Abrechnungssystemen, Finanzierungsmodellen wie Serviceleistungen frei wählen. Das Anbieterspektrum reicht von Unternehmen, die auf Basis der kompletten Wertschöpfungskette (Produktion der Hardware, Lieferung, Installation und Ablese der Messgeräte, Erstellung der Heizkostenabrechnung) auf dem Markt agieren, bis hin zu Anbietern, die lediglich Teildienstleistungen erbringen. Naturgemäß resultieren daraus unterschiedliche EBITDA-Margen. Je integrierter ein Unternehmen am Markt agiert, desto höher ist das Margenpotential, desto höher sind entsprechend aber auch die Risiken mit Blick auf Programmplanung und Geschäftsauslastung. Hinzu kommt eine deutlich höhere Investitionsintensität der Geschäftsmodelle von vollintegrierten Dienstleistern. Zum Vergleich: Während die EBITDA-Marge etwa von Handelsunternehmen, die wenig Investitionskosten im laufenden Geschäft tätigen müssen, im geringen einstelligen Bereich liegt, bewegt sich die EBITDA-Marge von großen wohnungswirtschaftlichen Unternehmen in einem Bereich von durchschnittlich 60 Prozent. Höhere Cash-Flows werden benötigt, um in erheblichem Umfang langfristige Investitionen in Infrastruktur zu tätigen und aus den Erträgen des laufenden Jahres zu stemmen. 

EBITDA-Kennzahl

Als vollintegrierter Messdienstleister, der entlang der gesamten Wertschöpfungskette Skaleneffekte und Synergien nutzen kann, erzielt ista entsprechend eine hohe Bruttomarge. Unternehmen, die lediglich Teile der Wertschöpfungskette besetzen und etwa Geräte eines anderen Herstellers einkaufen, um auf dieser Basis dann die Abrechnungs-Dienstleistung zu erbringen, teilen ihre Bruttomarge dagegen mit Drittanbietern. Allerdings trägt ista im Gegenzug das volle Risiko entlang der Wertschöpfungskette: Vom Produktionsprozess der Hardware, über die Bereitstellung der IT-Infrastruktur bis hin zur Erstellung einer korrekten Abrechnung. Durch die konsequente Nutzung von Skaleneffekten und Synergien entlang der gesamten Wertschöpfungskette muss ista deshalb höhere Cash-Flows generieren, um das nachhaltige Geschäftsmodell nicht zu gefährden.

Gleichzeitig tätigt ista als vollintegrierter Dienstleister entsprechend eine hohe Zahl an Investitionen in Hardware und Infrastruktur – und benötigt dafür hohe Profitabilität. Wesentlich hierfür ist, dass ista in der Regel keine Vorabinvestitionen von seinen Kunden verlangt, sondern diese selbst übernimmt. Allein im Jahr 2015 hat ista über 100 Millionen € in neue Messgeräte investiert, die größtenteils an Kunden weiter vermietet werden. ista ist es so möglich, die integrierte Dienstleistung aus einer Hand und mit hoher Qualität bereitzustellen, ohne dass Vorabkosten an die Kunden und damit letztlich auch an den Mieter weitergegeben werden.

Um die Leistungsfähigkeit der digitalen Messinfrastruktur stetig zu verbessern und sich gegenüber Wettbewerbern weiter durchzusetzen, tätigt ista gleichzeitig hohe Investitionen in die Innovation und den Fortschritt der funkbasierten Messgeräte. Insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden Wettbewerbs in der Funktechnologie im Gebäudebereich („Smart Home“) sind kontinuierliche Investitionen in den Fortschritt der Messgeräte essentiell wichtig für die Zukunftssicherung der Dienstleistung. So hat ista im Jahr 2015 einen Großteil der Gesamtinvestitionen von über 150 Mio. Euro in neue IT-Strukturen, Softwareentwicklung und bidirektionale Funksysteme investiert, die nur funken, wenn sie abgelesen werden: Nicht nur wird damit eine Flut überflüssiger Daten vermieden, sondern dies kommt auch dem Schutz der Kundendaten zugute. In den vergangenen zehn Jahren hat ista vor diesem Hintergrund über 1. Mrd. Euro investiert.

Anders als in der FAZ suggeriert, ist der verkürzte Verweis auf die Höhe der EBITDA-Kennzahl vor diesem Hintergrund kein ausreichender Faktor, um Leistungsfähigkeit und Profitabilität von ista bzw. der Submetering-Branche angemessen beurteilen zu können.  

Investorenkommunikation

Die Berichterstattung der FAZ bezieht sich dabei regelmäßig auf Aussagen, die ista im Jahr 2007 gegenüber Investoren geäußert hat. Unabhängig davon, dass sich sowohl der Markt wie das Unternehmen in den vergangenen mehr als zehn Jahren deutlich weiterentwickelt haben, ist die Annahme falsch, dass die Investorenkommunikation von ista gegenüber der sonstigen Kommunikation des Unternehmens widersprüchlich sei. Richtig ist vielmehr, dass beide denselben Tatsachenkern aus jeweils unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Investoren interessieren sich für Teilaspekte unseres Geschäfts, wie z.B. langfristig stabile Cash-flows. Diese Teilaspekte ziehen Investoren als Vergleich zu anderen Branchen heran, um die Attraktivität eines Geschäftsmodells gegenüber ihren Stakeholdern begründen zu können. In unserer Investorenkommunikation betonen wir entsprechend diese Teilaspekte. Die zielgruppenübergreifende Unternehmenskommunikation von bildet demgegenüber die Gesamtsituation von ista ab. Daher verweisen wir in diesem Kontext auf weitere Aspekte, wie etwa die Wechselquote im Bestand oder Vorfinanzierungslast, die unser Geschäft erheblich prägen und daher für ein Gesamtbild unabdingbar sind.    

Florian Dötterl

Leiter Unternehmenskommunikation & Politik

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Dr. Torben Pfau

Pressesprecher

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