Konkrete klimapolitische Forderungen an Jamaika-Verhandler

Essen/Berlin, 10.11.2017. Während die Weltklimakonferenz COP23 in Bonn tagt, ruft der Energiedienstleister ista in einer breiten Allianz von 52 großen und mittelständischen Unternehmen sowie Unternehmensverbänden die Parteien in den Sondierungsgesprächen auf, den Klimaschutz zur zentralen Aufgabe der künftigen Bundesregierung zu machen. Die Unternehmen fordern in ihrem veröffentlichten Appell dazu auf, Klimaschutz und Energiewende sowie die Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 zum Modernisierungsprogramm für Deutschland zu machen.

„Die Jamaika-Koalition bringt alle Voraussetzungen mit, um die Weichen für eine erfolgreiche und wirtschaftliche Energiewende zu stellen. Im Vordergrund müssen das übergeordnete Ziel und der Wille, etwas zu bewegen, stehen. Das wird nur funktionieren, wenn jeder seine bisherigen Positionen verlässt und auf die Koalitionspartner zugeht“, sagt Thomas Zinnöcker, CEO von ista.

„Eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz ist eine große Chance für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft", heißt es in der Erklärung, die auch als Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheint. „Die kommende Regierungskoalition sollte darum die Geschwindigkeit der Transformation hin zur treibhausgasneutralen Wirtschaft erhöhen und hierzu die enge Zusammenarbeit mit europäischen und internationalen Partnern suchen.“ Mit Hilfe kluger staatlicher Rahmensetzungen könne auch die im internationalen Wettbewerb stehende energieintensive Industrie ihre Transformation vorantreiben und dabei ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten.

Zur Steigerung der Energieeffizienz bedürfe es einer entschiedenen Beschleunigung bei der Gebäudesanierung mit zusätzlichen Anreizen, wie z.B. einer steuerlichen Förderung, fordern die Unternehmen und Verbände des Weiteren. „Der Erfolg bei der Energiewende im Gebäude hängt in hohem Maße von der Investitionssicherheit, Innovation und Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen ab“, ergänzt Zinnöcker. „Eigentümer und Mieter erwarten von der Politik dringender denn je eine tragfähige Lösung. Deshalb müssen niedriginvestive Maßnahmen bei der Energiewende im Gebäude Vorrang haben. Nur so kann Deutschland seinen Klimaschutzzielen näher kommen.“

Unternehmen mit mehr als 450.000 Beschäftigen in Deutschland

Zusammen bringen die Unternehmen mehr als 450.000 Beschäftige alleine in Deutschland und einen globalen Umsatz von über 350 Mrd. EUR (mehr als der deutsche Bundeshalt 2017) auf die Waage. Koordinatoren der Erklärung sind die Unternehmensverbände Stiftung 2° und B.A.U.M. sowie die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch.

Zeichner der Erklärung sind in Deutschland aktive Großunternehmen, größere Mittelständler und Verbände aus einer erheblichen Bandbreite von Branchen, darunter 6 DAX-30-Konzerne und viele bekannte Namen. Auch energieintensive Industrieunternehmen und Kohlekraftwerksbetreiber unterstützen den Appell. Viele der zeichnenden Unternehmen sind keine unmittelbaren Gewinner der Dekarbonisierung oder Energiewende. Die Zeichner sind jedoch bereit, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Die Erklärung in Deutsch: www.germanwatch.org/de/14633

Die Erklärung in Englisch: www.germanwatch.org/en/14634

52 Zeichner der Erklärung:

adidas Group | AIDA Cruises | Alfred Ritter GmbH & Co. KG | Alba Group | ALDI SÜD | Alnatura | Baufritz | Bausparkasse Schwäbisch Hall | CEWE | DAIKIN Airconditioning Germany | Deutsche Börse | Deutsche ROCKWOOL | Deutsche Telekom | Deutsche Wohnen | elobau | EnBW | ENTEGA | E.ON | EPSON Deutschland | EWE | Gegenbauer Holding | GLS Bank | Hermes Germany | HOCHTIEF | Interseroh | ista International | IWAN BUDNIKOWSKY | Lebensbaum | LR Facility Services | Max Bögl | Metro | Naturstrom | Nestlé Deutschland | Otto Group | Papier- und Kartonfabrik Varel | PUMA | SAP | Schneider Schreibgeräte | Schüco International KG | Siemens | Sparda-Bank München | Stadtwerke München | Stadtwerke Tübingen | Tchibo | Triodos Bank | Trianel | Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV) | Viebrockhaus | WALA | Wilkhahn | Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V (ZVEI)

 

Dr. Mirko-Alexander Kahre

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